Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

„Christian Schmidt“, Kapitalist und Blogwart von Alles Evolution, findet, dass Ausbeutung natürlich ist und daher (sic!) hingenommen und nicht als Ausbeutung benannt werden soll:

Was du übersiehst ist, dass
-Status ungleich Versorgung und versorgung ungleich Ausbeutung ist
– es in beiden Fällen erst einmal nur ein Attraktivitätsmerkal ist, nicht unbedingt der wunsch nach Reichtum oder Ausbeutungsmöglichkeiten
– Frauen ebenso wenig ändern können, was sie an Männern attraktiv finden, wie Männer das ändern können. Wenn du Busen attraktiv findest, dann kannst du dir das nicht abgewöhnen. Genauso bleibt Status für Frauen immer interessant und damit Hypergamy ebenso, aber nicht unbedingt der Ausbeutung wegen, sondern aus dem gleichen Grund, aus dem junge attraktive Frauen wie Heard attraktiv für Männer sind.

Es stimmt, dass die Versorgungsleistung eines Mannes für Frauen ein Attraktivitätsmerkmal ist. Dieses Merkmal ist natürlich insofern, als es sich in der Evolution herausgebildet hat. Es lässt sich auch nicht einfach abstreifen, genauso wenig wie sich heterosexuelle Männer entscheiden können, einen jungen Frauenkörper mit durchschnittlichen Proportionen nicht attraktiv zu finden. Soweit stimme ich zu. In den ersten zwei Punkten irrt sich Christian jedoch.

Unter Ausbeutung verstehe ich einen nicht reziproken (nicht ausgeglichenen, nur einseitigen) Transfer von Wert in Verbindung mit einer gewaltsamen Erpressung. Und genau diese Kombination liegt in Beziehungen zwischen Männern und Frauen vor. Die Versorgung, die Frauen begehren und bekommen, ist nämlich nicht reziprok. Männer versorgen Frauen ohne Gegenleistung. Vermögen fließt von Männern zu Frauen. Zugleich erpressen Frauen Männer unter Gewaltandrohung. Frauen können mit Gewalt drohen, weil ihnen vom Staat Gewalt verliehen wird. Die Basis aller weiblichen Gewalt ist die Monopolisierung der Sexual- und Liebesmittel, also des weiblichen Körpers selbst, durch das Feminat. Das Feminat schließt Männer gewaltsam vom Zugriff auf die reichlich vorhandenen Mittel der Befriedigung ihrer Sex- und Liebesbedürfnisse aus. So wird eine künstliche Knappheit erzeugt und der weibliche Körper für die Verwertung nutzbar gemacht. Frauen, die sich am Feminat beteiligen, sind Verwerter ihres selbst verknappten Gutes, ihres eigenen Körpers. Somit sind fast alle Frauen Nutten.

Auf dieser Gewalt bauen weitere Praktiken weiblicher Gewalt auf. Das gesamte Beziehungsverhalten von Männern – von der Anbahnung bis zur Nachsorge Jahrzehnte nach Beziehungsende – ist durch das Feminat reglementiert. Verstöße, die jede Frau per Definitionsmacht willkürlich erfinden darf, ahndet die Feminatsjustiz. Das Verhältnis der Geschlechter ist von einer rechtlichen Asymmetrie durchzogen. So genießen Frauen das uneingeschränkte Recht, Männer weiblich zu vergewaltigen, also gewaltsam zurückzuweisen. Frauen sind in jeder Hinsicht privilegiert, Männer sind sexuell von Frauen versklavt, sodass sie ihr Leben dem Dienst fürs Feminat unterordnen müssen.

Da die Versorgung von Frauen durch Männer immer ohne Gegenleistung und unter der Erpressergewalt der Frauen erfolgt, kann man mit Fug und Recht von Ausbeutung sprechen. Wer Versorgung nur als Attraktivitätsmerkmal begreift und mit der männlichen Vorliebe für einen wohl proportionierten Busen vergleicht, verkennt oder verharmlost die Implikationen, die das Feminat aus der Präferenz für Versorger zieht. Denn der Kontrast zwischen der Realisierung der männlichen und der weiblichen Präferenzen könnte kaum stärker sein:

  1. Aus einer männlichen Präferenz folgt keine Gewalt. Männer organisieren sich nicht zu einem „Maskulat“ und herrschen ihre Vorstellungen nicht Frauen auf.
  2. Männer erpressen Frauen nicht, um an deren Körper zu kommen. Eine solche Erpressung ist auch illegal. Die Erpressung durch Frauen ist hingegen vom Feminat gedeckt.
  3. Frauen verlieren bei sexuellen Transfers nichts. Sie haben ihren Busen auch nach einem Sexualkontakt noch, können ihr Make-up wieder auftragen und den Minirock wieder anziehen. Ein Mann wird aber permanent finanziell von Frauen ausgesaugt.
  4. Männer erwarten und bekommen keine einseitigen Zuwendungen. Wenn eine Frau mit ihnen Sex hat, haben sie logischerweise auch zugleich mit dieser Frau Sex. Der Akt ist im Akt vollständig vergolten. Männer erwarten keine Bezahlung über Wert.

Die Aussage, die Versorgung von Frauen durch Männer sei keine Ausbeutung durch Frauen, ist widerlegt. Aber ist diese Ausbeutung unabänderlich? Ein Blick in die Geschichte und in andere Kulturen verrät, dass die Diktatur des Feminats nicht zwangsläufig ist. Das Feminat hat in Deutschland in den letzten 50 Jahren dramatisch an Einfluss gewonnen. Nur weil ein Geschlecht (die Frau) eine bestimmte Präferenz bei Sexualpartnern (Versorger) hat, heißt das nicht, dass die Gesellschaft so gestaltet werden muss, dass diese Präferenz optimal und unter Gewalteinsatz bedient werden muss. Es gibt einige Alternativen, wie ein gerechteres Miteinander der Geschlechter aussehen könnte:

  1. Frauen und Männer leisten gleichwertige Beiträge innerhalb von Beziehungen und gesamtgesellschaftlich. – Man kann davon ausgehen, dass dieser Zustand in der steinzeitlichen Urgesellschaft vorherrschte. Jedes Geschlecht verrichtete die Arbeiten, für die es optimal geeignet war. Die Selektion hatte unterschiedlich spezialisierte Geschlechter hervorgebracht, die notwendige Arbeiten optimal verrichten konnten, anstatt Geschlechter, die in allen Tätigkeiten gleich schlecht waren. Männer jagten große Tiere und bekämpften fremde, um Nahrung konkurrierende Menschengruppen. Frauen übernahmen die Kinderaufzucht, Nahrungsverarbeitung, Jagd kleiner Tiere und das Sammeln von Früchten. Diese gerechte Aufteilung der Arbeiten nach Fähigkeiten ist heute nicht mehr möglich, weil viel zu wenig „Frauenarbeiten“ anfallen. Der Ruf der Konservativen, „Frauen zurück an den Herd“, ist heute völlig sinnlos. Was sollten sie dort in Zeiten von Fertiggerichten, Staubsaugern, Waschmaschinen und Kinderkrippen? Den Wünschen der Frauen gemäß haben Männer Geräte erfunden, die Frauen die Hausarbeit abnehmen, und sie auch von der Kinderaufzucht entlastet. Die Rationalisierung von Arbeitsprozessen und die Ökonomisierung – d. h. kapitalistische Erschließung – aller Lebensbereiche taten ihr Übriges. Um einen Haushalt zu führen, sind Frauen heute überflüssig. Frauen sind von Arbeit entlastet und aufgrund ihrer Meckernatur dennoch nicht zufrieden.

    Offensichtlich ist die Alternative, „Frauenarbeiten“ wieder einzuführen, nicht wünschenswert. Man müsste 200 Jahre Industrialisierung rückgängig machen. Diese Option wäre auch deshalb nicht realisierbar, weil die Zeit der Aufzucht des Nachwuchs – falls überhaupt vorhanden – nur mehr einen kleinen Teil der Lebenszeit beansprucht. Frauen sterben nicht mehr mit 20 oder 30 Jahren. Diesem Umstand, dass Frauen heute die meiste Zeit ihres Lebens zur Unproduktivität, zum Müßiggang, „verdammt“ sind, müsste Rechnung getragen werden. Dafür, wie das im Zeitalter hochautomatisierter Industrieproduktion innerhalb des Kapitalismus gelingen kann, vermag ich keine Lösung zu skizzieren.

  2. Männer versorgen Frauen. Die Frauen haben zum Ausgleich nicht dieselben Rechte wie Männer. – Diese Alternative wäre heute realisierbar und in verschiedener Ausgestaltung wird dieses Modell in diversen islamisch geprägten Staaten praktiziert. Positiv dabei ist, dass Frauen nicht mehr vollständige Narrenfreiheit genießen und die finanzielle Abhängigkeit der Männer nicht mehr ganz so rücksichtslos ausnutzen können wie in einem Feminat. So müssen Frauen beispielsweise einen Vormund haben, können nicht nach Belieben über ihr Vermögen (d. h. das Vermögen ihres Mannes) verfügen und können Männer nicht reihenweise per Hochheiraten ausplündern. Der grenzenlosen Neigung der Frauen zur Ausplünderung von Männern ist also ein Riegel vorgeschoben.

    Das Modell hat aber auch gravierende Nachteile. Nach wie vor arbeiten Frauen nicht und werden von Männern versorgt. Die Ausbeutung besteht also fort, wenn auch in geordneteren Bahnen. Frauen sind immer noch Parasiten der Männer. Sie werden lediglich daran gehindert, ihre Wirte auszuzehren und damit ihre eigene Lebensgrundlage zu gefährden. Aus Sicht der Frauen wäre dieses Modell deshalb sehr attraktiv, weil die Ausbeutung der Männer und das Leben im von Männern geschaffenen Wohlstand dauerhaft gesichert sind. Frauen wären also wieder bevorzugt und Männer ihre Sklaven.

    Ferner wird das Modell der Individualität der Menschen nicht gerecht. Menschen werden nach dem Körpergeschlecht in zwei Geschlechter eingeteilt, obwohl sie sich in ihren Neigungen und ihrem Verhalten überschneiden. Dass viele Männer sich eher weiblich fühlen und viele Frauen sich eher männlich fühlen, wird nicht berücksichtigt. Vielen Frauen würden zu Unrecht einige Rechte genommen, weil sie nur nach dem Körpergeschlecht weiblich sind, und vielen Männern würden zu Unrecht Rechte gewährt, weil sie nur nach dem Körpergeschlecht männlich sind. Das System hätte ein permanentes Legitimationsproblem, weil eine scharfe Abgrenzung von Männern und Frauen nicht möglich ist, das System diese aber voraussetzt. Außerdem ist unklar, wie die Verhältnisse Homosexueller geregelt werden sollen. Solche Modelle sind daher inhärent höchst diskriminierend und heteronormativ.

    Da in solchen Modellen die Heiratsmobilität von Frauen eingeschränkt ist, werden sie versuchen, sich an möglichst reiche Männer zu binden. Reiche Männer werden aus demselben Grund versuchen, mehrere Partnerinnen gleichzeitig zu haben. Die Option, Partnerinnen zu wechseln, steht ihnen ja nicht mehr offen. Anstelle der seriellen Monogamie wird so ein Modell unweigerlich die Polygamie hervorbringen. Doch Polygamie ist wiederum sehr männerfeindlich, indem sie viele Frauen an wenige Männer bindet und somit die Masse der Männer von Beziehungen ausschließt.

  3. Statusunterschiede bei Männern sind nivelliert. Die Geschlechter sind völlig gleichberechtigt. – Dieses Modell war im Realsozialismus verwirklicht. Da der Reichtum, der in der staatskapitalistischen Warenproduktion erwirtschaftet wurde, relativ gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilt wurde, stachen kaum Männer durch einen hohen Status heraus. Alle Männer hatten etwa den gleichen hohen Status, waren gleich gut/schlecht als Versorger geeignet. Frauen konnten daher keine Spaltung in Alphas und Betas konstruieren. Zudem stellte die zentrale Planwirtschaft sicher, dass das Arbeitsangebot nicht die Arbeitsnachfrage überstieg, es also keine Arbeitslosigkeit gab. Frauen konnten trotz geringerer Eignung und Leistung zum selben Lohn wie ihre männlichen Kollegen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Sie mussten sich dank Vollbeschäftigung nicht gegen männliche Konkurrenz behaupten.

    Ehen konnten leicht geschlossen und aufgelöst werden. Sie bildeten einen geeigneten Rahmen, in dem sich die menschliche Neigung zur seriellen Monogamie verwirklichen konnte. Da alle etwa gleich reich waren, war es nicht möglich, sich hochzuheiraten. Frauen konnten nicht unter dem Vorwand, keine Arbeit zu finden und sich um die Kinder kümmern zu müssen, auf Kosten ihres Mannes im Luxus leben. Denn Arbeitsplätze standen ihnen zu und Kinder wurden den ganzen Tag in Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule betreut.

Wieder ein staatskapitalistisches System anzustreben wäre gewiss ein unvernünftiger Anachronismus. Ausbeutung ist rundweg abzulehnen, ob das Kapital die Arbeiter ausbeutet, Frauen die Männer oder der Staat seine Bevölkerung. Die effektivste Emanzipationsbewegung für Männer und Frauen ist die kommunistische Revolution. Kommunismus impliziert Reichtum für alle bei maximaler individueller Entfaltung. Ökonomische Erwägungen spielten bei der Partnerwahl keine Rolle. In einer klassenlosen Gesellschaft würden erstmals Kriterien wie z. B. intellektuelle Harmonie und eine distinguierte Persönlichkeit auch für Frauen bei der Partnerwahl maßgeblich. Von Sorgen um ihre Versorgung wären Männer und Frauen befreit. Infolge des Wegfalls von Arbeiten, die nur der Profitmaximierung dienen, wird sich die Wochenarbeitszeit rasch auf fünf Stunden reduzieren. Männer und Frauen können viel Zeit miteinander verbringen und sich kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten widmen. Sie können jederzeit Beziehungen eingehen und lösen.

Ausbeutung ist also keine notwendige Konsequenz aus der weiblichen Präferenz für Versorger. Wenn kein Mann mehr Versorger sein kann, weil allgemeiner Reichtum herrscht, läuft dieses Partnerwahlkriterium ins Leere. Die Versorgung von Frauen wäre negiert und zugleich sichergestellt. Negiert, indem kein Mann mehr von Frauen erpresst und von ihnen finanziell abhängig wäre, und sichergestellt, indem die gesamtgesellschaftliche Arbeit der Bedürfnisbefriedigung aller diente.

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