Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

Alice Schwarzer und Esther Vilar im Streitgespräch

Das Gespräch aus dem Jahr 1975 zwischen Alice Schwarzer, die auch damals schon zur feministischen Medienelite zählte, und Esther Vilar, eine frühe und wohl die prominenteste Kritikerin der Ausbeutung von Männern durch Frauen, kann nun vollständig angeschaut werden. Leider kommt Vilar kaum zu Wort. Schwarzer führt ihre Ansichten aus und überschüttet Vilar mit einem Schwall aus Fragen und Anwürfen, lässt sie dann aber nicht ihre Thesen ausführen. Befunde und Thesen Vilars, die damals vielleicht noch überzogen und unangebracht, sogar satirisch erschienen, sind heute, da die Diktatur des Feminats viel umfassender entwickelt ist, umso treffender. Dieselben „Argumente“ – man spricht besser von menschenverachtenden Kalauern –, die Feministen heute anführen, wurden auch damals schon gebracht. Ebenso traf auch die Kritik daran damals schon ins Schwarze. Vilar erkannte richtig, dass der Feminismus von einer weltweit operierenden Clique mit einer Agenda zur Ausbeutung forciert wird. Die Mythen über die Mehrarbeit von Frauen und die Lohnlücke widerlegte sie ebenfalls. Interessant ist, wie sich Schwarzer genau wie heutige „Kritiker“ des Maskulismus Nazi-Vergleiche oder persönlicher Angriffe bediente, wenn die Argumente ausgehen. Die Sachlichkeit, zu der die in die Defensive gedrängte Vilar mahnt, lässt Schwarzer vermissen.

Ein längeres Interview mit Esther Vilar, in dem sie ihre Position darlegen konnte, kann hier gehört werden: Teil 1, 2, 3, 4. Sie spricht über ihr damals (1971) neu erschienenes Buch „Der dressierte Mann“.

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