Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass große Teile des Maskulismus rechtsextrem sind, aber anders als die oberflächlichen feministischen Kritiker der Bewegung meinen. Viele Maskulisten haben sich der rechten Ideologie des „Libertarianismus“ verschrieben. Der Grund ist vermutlich, dass er die einfachste und – bei flüchtiger Betrachtung – die gefälligste Negation des mit dirigistischen Zügen im hiesigen Feminat realisierten Feminismus ist. Diese sich irrtümlich systemkritisch wähnenden Maskulisten unterscheiden sich in ihrem politischen Standpunkt von dem ihrer politischen Gegner lediglich darin, dass sie für eine andere Form des Kapitalismus Partei ergreifen. Eine Kritik an der Ausbeutung durch Kapital und Feminat wurde nicht im Ansatz geleistet. Eine Erklärung, was mit der verschärften Ausbeutung in einer rechten Diktatur für die Anliegen der Männer gewonnen würde, bleiben sie ebenfalls schuldig. Überhaupt die Idee, sich für so ein menschenverachtendes Ziel einzusetzen, ist hirnrissig, und dass sie von so vielen Maskulisten vertreten wird, führt alle ihre wohlmeinenden Absichten ad absurdum und erregt bei Außenstehenden verständlicherweise Befremden.

Was ist „Libertarianismus“?

Als Libertäre bezeichneten sich ursprünglich anarchistische Kommunisten seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Neben der Befreiung vom Privateigentum wollten sie auch die Befreiung vom Staat. Damit waren sie mit Marx und vielen Marxisten auf einer Linie. Die Unterschiede zwischen Libertären und anderen Kommunisten sind daher sehr subtil. Denn Marx verfolgte mit seiner Idee der Diktatur des Proletariats eben genau die Zurückdrängung des Staates. Die Diktatur des Proletariats würde die Mehrheit der Bevölkerung, alle Proletarier eben, vom Joch der kapitalistischen Herrschaft befreien. Nach einer Übergangszeit, nachdem die kapitalistische Opposition neutralisiert sein würde, würde schließlich auch jener Rest des Staates überflüssig und absterben.

Ab den 1950er Jahren erkannte in den USA eine Fraktion der Rechten Parallelen mit den Libertären. Sie waren wirtschaftsliberal eingestellt, teilten aber nicht den Staats- und Wertekonservativismus anderer Rechter (etwa der Republikaner). Diese Ablehnung des Staates und das Bekenntnis zu maximaler individueller, jedoch immer negativer, Freiheit waren Berührungspunkte zwischen den Anarchokapitalisten und den Libertären im ursprünglichen Sinn. Wie Karl Widerquist sarkastisch bemerkt, klauten diese Rechten den wohlklingenden Titel:

It is perhaps poetically appropriate that property rights advocates have appropriated a term that was already being used by people who subscribe to the idea that property is theft, and that these property rights now accuse anarchists of trying to steal it from them.

(Widerquist: Libertarianism, 2008; S. 2-3)

Der rechte „Libertarianismus“ ist auch sonst voller Heuchelei und Widersprüchen. Er ist eine Mogelpackung einer korporatistischen Kapitalfraktion und ihrer ultrarechten Anhänger. Die Bezeichnung „Propertarianismus“ ist treffender, weil sie das zentrale Thema in den Vordergrund rückt: das Eigentum (engl. property). Dass diese menschenverachtende Ideologie ausgerechnet den Maskulismus dominiert – in Deutschland m. E. noch uniformer als international –, eine Bewegung, deren Anliegen eigentlich das Wohl von Menschen sein sollte, und darüber gesellschaftlich immer mehr Einfluss gewinnt, ist besonders ärgerlich.

Ultrarechte stumpfsinnige Soziopathen

So lassen sich Propertarianer kurz und treffend charakterisieren. Sie sehen sich als Übermenschen, die dazu berufen sind, eine Elite zu stellen, die den Rest der Menschheit beherrscht und für sich arbeiten lässt. Hier zeigt sich die wahre Fratze der Liberalität, der Religion des Kapitals. Freiheit ist kein Glück, sie ist das größte Pech für Proletarier, weil sie die Diktatur der Eigentümer bedeutet. Marx sieht das klar:

Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.

(Karl Marx: „Das Kapital. Band 1“, S. 183)

Entsprechend konnte auch noch kein Propertarianer überzeugend argumentieren, wodurch sich die gegenwärtige (oder künftige „libertäre“) Lohnsklaverei praktisch von der alten Sklaverei positiv abhebt. Es besteht nämlich allenfalls der Anschein von Unabhängigkeit, während sich die sachliche Gewalt der Verwertung des Kapitals durchsetzt. Dazu weiter Marx:

Man muß gestehn, daß unser Arbeiter anders aus dem Produktionsprozeß herauskommt als er in ihn eintrat. Auf dem Markt trat er als Besitzer der Ware „Arbeitskraft“ andren Warenbesitzern gegenüber, Warenbesitzer dem Warenbesitzer. Der Kontrakt, wodurch er dem Kapitalisten seine Arbeitskraft verkaufte, bewies sozusagen schwarz auf weiß, daß er frei über sich selbst verfügt. Nach geschlossenem Handel wird entdeckt, daß er „kein freier Agent“ war, daß die Zeit, wofür es ihm freisteht, seine Arbeitskraft zu verkaufen, die Zeit ist, wofür er gezwungen ist, sie zu verkaufen, daß in der Tat sein Sauger nicht losläßt, „solange noch ein Muskel, eine Sehne, ein Tropfen Bluts auszubeuten“.

(ebenda, S. 319-320)

Die Kritik an der rechts-libertären Ideologie ist umfangreich und tiefgründig. Die größte Sammlung findet sich auf Critiques.us. Einige virulente Fehler der Rechts-Libertären, wie etwa die Selbstwidersprüchlichkeit, die Verlogenheit oder die Abscheu gegen Fakten, sind auch in diesem Artikel bloßgelegt worden.

Der Rechts-Libertarianismus ist eine vom Kapital durch viele seiner Propagandaorganisationen („Think-Tanks“) verbreitete Ideologie, die die Einführung eines neuen Feudalismus propagiert. Megakonzerne sollen den Staat ablösen. Gesetze gibt es nicht mehr. Die Eigentümer diktieren ihre Interessen den Nichteigentümern. Dabei können jene Beteiligten, die über Eigentum und Gewaltmittel verfügen, ihrer Gewalt und Erpressungsmacht freien Lauf lassen. Das ist die viel beschworene „Freiheit“. Für alle übrigen Menschen, die nicht das Glück hatten, per Geburt dem mit unendlicher „Weisheit“ und „Vorsehung“ ausgestatteten Geldadel anzugehören, übersetzt sich diese Freiheit in die „Freiheit“ des Sklaven, den Hungertod der Zwangsarbeit vorzuziehen.

Leichtsinn, nicht Überzeugung

Die rechts-libertäre Ideologie ist so abgehoben, so frei von Logik und Menschlichkeit, dass viele ihrer Anhänger sie deshalb vertreten dürften, weil sie Soziopathen sind. Ich hege nicht die Illusion, pathologisch Unbelehrbare durch Argumente zu erreichen. Aber ich denke auch nicht, dass viele Maskulisten dieser Gruppe psychisch Kranker angehören. Indem sie nicht bloß rechts-libertär, sondern auch Maskulisten sind, bezeugen sie ja, dass sie zumindest das Schicksal einer ganzen Gruppe berührt, dass sie auch die Interessen ihrer Mitmenschen zu ihrem Anliegen gemacht haben. Mir scheinen viele Maskulisten sich aus Leichtsinn für diese Ideologie entschieden zu haben. Sie haben vielleicht die Erfahrung gemacht, vom Staat gegenüber Frauen besonders schwer benachteiligt zu werden. Der Staat hat vielleicht von ihnen Geld eingefordert, um es einer Frau zuzuteilen. Weil sie merken, wie sie in der Ehe von Frauen unter Zuhilfenahme der Staatsgewalt ausgenommen werden, opponieren sie nach längerer Zeit des Leidens gegen jede Form von Gemeinschaft und Gesellschaftsorganisation, werden zu vermessenen Individualisten und verbitterten Gegnern jeglicher Mitmenschlichkeit.

Gerade in den USA, wo die politische Bildung so desolat ist, dass eine allgemeine und effiziente Versicherung für „Kommunismus“ gehalten wird und „Kommunismus“ wiederum mit einer totalitären Diktatur verwechselt wird, bestehen bei Maskulisten besonders schwere Vorbehalte gegen angebliche Transferzahlungen. Sofern der reale Geldtransfer von Männern zu Frauen gemeint ist, sind die Einwände angebracht. Es werden aber auch irrtümlich solche Zuteilungen aus Sozialversicherungen, die nicht auf weiblichen Privilegien beruhen, als Transfers gewertet. Bei objektiver Betrachtung gibt es aber gar keine Transfers an Mitglieder des Proletariats. Das ist logisch ausgeschlossen, weil aller Reichtum allein vom Proletariat geschaffen wird. Die einzigen Transfers, die es gibt, streichen das Kapital und das Feminat ein. Innerhalb des Proletariats wird – entsprechende Sozialkassen vorausgesetzt – allenfalls die Armut umverteilt, sodass möglichst viele Proletarier gegen die Attacken des Kapitals wenigstens insoweit gerüstet sind, dass sie im entwickelten Westen nicht in allzu hoher Zahl verhungern und bei der nächsten Konjunktur wieder als Arbeitskräfte einsetzbar sind. Letztlich dient aller Sozialklimbim den Interessen des Kapitals an einem langfristig ausbeutbaren Proletariat. Das gesamte Steueraufkommen und alle Transfers an untätige Schmarotzer werden ausschließlich durch das Proletariat in Zwangsarbeit bereitgestellt. Und die einzigen Schmarotzer sind die Kapitalisten und die Frauen des Feminats. Nur wer Eigentum (an Produktionsmitteln oder Sexualmitteln) hat, kann per Erpressung andere in die Ausbeutung zwingen und somit ein Einkommen ohne jede Gegenleistung abgreifen. Die einzige Lösung aus Sicht der ausgebeuteten Männer kann daher nur die Abschaffung von Kapital und Feminat sein, nicht die „libertäre“ Ausweitung der Kapitaldiktatur, in der Männer absehbar noch härter in die Pflicht genommen würden.

Maskulismus erfordert Kommunismus

Den allermeisten Maskulisten sind diese einfachen ökonomischen Tatsachen nicht bekannt. Um die eigenen Interessen durchsetzen zu können, wäre jedoch die Kenntnis der Verhältnisse, denen man ausgesetzt ist, unabdingbar. Das impliziert auch, dass sich Maskulisten endlich von der albernen Illusion verabschieden müssen, man könne sich für die Rechte der Männer einsetzen. Erstens drückt sich darin nur der altbekannte Sexismus mit umgekehrtem Vorzeichen aus. Zweitens krankt die maskulistische Agenda an einem Untertanengeist und damit notwendig auch an Nationalismus und Rassismus. Wer Rechte will, will auch einen Gewaltmonopolisten, der sie ihm gewährt und andere ausgrenzt. Drittens haben Männer sehr entgegengesetzte Interessen. Sie alle zu verfolgen wäre also irrational. Alphas und Kapitalisten (die meisten Alphas sind Kapitalisten und umgekehrt) haben Interessen, die mit denen der Mehrheit der Männer gar nicht verträglich sind. Man kann nicht Herr und Knecht versöhnen. Hier liegt ein Konflikt zwischen Klassen vor, der nur gelöst werden kann, indem die Arbeiterklasse über das Kapital siegt. Es zeigt sich, dass die maskulistische Bewegung tatsächlich in der kommunistischen aufgehoben ist. Nur im Kommunismus kann verwirklicht sein, was im Interesse aller Geknechteten liegt:

An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist.

(Karl Marx, Friedrich Engels: „Manifest der Kommunistischen Partei“, S. 482)

Hartnäckige ideologische Verblendung?

Was bisher an politischem Bewusstsein unter Maskulisten verbreitet ist, ist sehr unbefriedigend. Die o.g. Selbsttäuschung und das Festhalten an völlig abwegigen anarchokapitalistischen Attitüden findet man auch bei den „Men going their own way“ (MGTOW) vor. Paradoxerweise wird das gegenwärtige System sogar als Sklaverei für Männer erkannt, die Verbindung zum Kapitalismus, dem System der Lohnsklaverei, aber nicht hergestellt. Stattdessen wird ein noch zügelloserer „libertärer“ Kapitalismus angestrebt. Die Ziele bleiben aber im Allg. sehr diffus. Es ist auch die Rede vom Aussteigen aus dem System, wenn nicht wie für die Fraktion der apokalyptisch-prophetisch gesinnten Maskulisten der Kollaps des Systems ohnehin als sicher gilt. Welches System gemeint ist – der Kapitalismus ist es offensichtlich nicht –, auf welche Weise man aussteigen solle, wie das zu bewerkstelligen sei und welche Implikationen es hätte, wird alles nicht reflektiert. Beispielsweise ist mir kein Maskulist bekannt, der aus Verdruss über den Staat seinen Wasseranschluss gekündigt hat, keine öffentlichen Straßen benutzt, auf einen gewerkschaftlich erkämpften Lohn verzichtet oder seiner Krankenkasse die übernommenen Leistungen wieder zurücküberweist. Insofern greift man doch gerne auf die staatlichen und gemeinschaftlichen Leistungen zurück, will bloß nichts dafür zahlen. So weit gehen Rechts-Libertäre in ihrem oft propagierten „Individualismus“, der näher betrachtet lediglich das Dogma ist, nicht arbeitsteilig, sondern wie ein Einsiedler zu leben, dann – wenig überraschend – doch nicht.

Meinem Eindruck nach ist unter Maskulisten und besonders unter den MGTOW – obwohl ihr politisches Bewusstsein unausgegoren ist und die Diskurse auf einer so trivialen Ebene ansetzen, als hätte es über 100 Jahre marxistischen Widerstands und über 200 Jahre Auseinandersetzung mit dem Liberalismus nicht gegeben – durchaus ein Potenzial für revolutionäre Umwälzungen angelegt. Denn von diesem männerverachtenden Feminat haben gerade junge Männer nichts mehr zu erwarten. Gelänge es, sie von ihrer dummen rechten Ideologie abzubringen, könnte man gewiss manche für die elaborierteste und die einzige wissenschaftlich fundierte systemkritische Bewegung, den Marxismus, gewinnen.

Höchst befremdlich finde ich, dass der angeblich „linke“ Maskulist Arne Hoffmann ausweislich seiner Blogartikel mit Rechts-Libertären sympathisiert. Von jemandem, der sich als Journalist professionell im Maskulismus engagiert, kann man erwarten, dass ihm Inhalt und Tragweite seiner veröffentlichten Meinung bewusst sind. Wenn Arne Hoffmann mit dieser Affinität zu ultrarechten Spinnern tatsächlich ein linker Vertreter des Maskulismus sein will, so schaudert mir davor, wie dann erst die bekennend rechten Maskulisten eingestellt sind.

Ich habe einst begründet, warum ein ernst gemeinter Maskulismus nur durch eine kommunistische Revolution seine Ziele erreichen kann. Anhand zweier konkreter Kritikpunkte von Maskulisten am herrschenden System lässt sich zeigen, dass das maskulistische Programm zumindest in Teilen schon heute den engen Rahmen der bürgerlichen Systemkonformität sprengen muss und auf eine Lösung des Klassenwiderspruchs verweist, auch wenn dies den Protagonisten nicht bewusst ist und sie die letzte Konsequenz nicht ziehen wollen.

Männer sind beispielsweise häufig von Arbeitsunfällen betroffen, werden in der Arbeit stärker verschlissen als Frauen und sterben folglich um Jahre früher. Gerade die Anprangerung dieses Angriffs auf die Gesundheit von Männern legt schon eine Lösung jenseits der kapitalistischen Gesellschaft nahe. Der Grund für diese Beschädigungen ist nicht eine Diskriminierung durch ungleiche Rechte oder eine sonstige Ungleichbehandlung, sondern die rechtliche Gleichheit und die Freiheit aller vor der Eigentumsordnung. Bekanntlich ist nicht die Menschheitsbeglückung das Ziel im Kapitalismus, sondern der Zwang zur Profitmaximierung bestimmt alles Wirtschaften. Wenn es rentabel ist, Menschen physisch und psychisch zu Krüppeln zu machen oder Streikende abzuschlachten und damit die Löhne auf ein Niveau zu senken, das „strukturelle Verbesserungen“ am Arbeitsmarkt bewirkt, dann ist das in diesem Wirtschaftssystem vernünftig, edel und gut. Dagegen helfen keine Moralpredigten, keine Aufrufe zur Gleichverteilung der Tode unter allen Geschlechtern und keine untertänigste Bettelei um Rechte. Hier hilft nur, den Kapitalismus abzuschaffen! Wer innerhalb des Systems nach einer Lösung sucht, hat die Funktionsweise des Systems nicht verstanden. Jeder ist seines Glückes Schmied. Und wer sich in eine Familie der 99% Verelendeten hat gebären lassen, der hat eben vor seiner Zeugung nicht richtig geschmiedet. So einfach ist das! Dass es 99% Verelendete geben muss, steht nicht zur Debatte.

Ein weiteres Beispiel sind die vielen Selbsttötungen bei Männern. Es ist nicht verwunderlich, dass Menschen, die sich aufgrund der kapitalistisch bedingten Entfremdung und Verelendung nicht selbst verwirklichen können und wegen der sexuellen Versklavung durch das Feminat auch privat kein Glück finden, auch mal zur Entscheidung gelangen, ihrem Leid ein Ende zu setzen. Auch hier ist wieder eine systemimmanente Lösung ausgeschlossen. Der Imperativ zur Profitmacherei unterminiert jede nützliche und selbstbestimmte Anwendung der Arbeitskraft. Solange es noch Kapitalisten bzw. zahlungskräftige Alphas gibt, deren Vermögen das Feminat abgreifen kann, wird auch die per Eigentum an den Sexualmitteln verübte Gewalt des Feminats nicht nachlassen. Kapital und Feminat sind verschränkt, ihr Parasitentum ist koordiniert. Wer das eine beseitigen will, muss auch den Kampf mit dem anderen aufnehmen.

Die wissenschaftliche Alternative

Jedem Leser, der bisher nur die irreführende kapitalistische Indoktrination über den Kommunismus durch die Herrschenden (etwa in der Schule) erfahren hat oder nur das im Maskulismus (und auch sonst im Mainstream) verbreitete Zerrbild von „Linken“ kennt, sei geraten, diese Irrtümer abzulegen und sich zu informieren, z. B. mittels der jüngst auf Deutsch erschienenen Zurückweisung einiger populärer Irrtümer über Marx von Terry Eagleton. „Warum Marx recht hat“ (als PDF, EPUB, MOBI) kann zusammen mit dem englischen Original „Why Marx was right“ hier heruntergeladen werden. Als gut verständliche Einführung in die Marxsche Theorie empfehle ich das „Kapital“-Lektüreseminar von David Harvey. Er bietet Video- und Tonaufzeichnungen seiner Vorlesungen an. Eine mathematische Fassung der Arbeitswerttheorie mit dem Nachweis der Konsistenz findet sich in „Reclaiming Marx’s „Capital“: A Refutation of the Myth of Inconsistency“ von Andrew Kliman. Howard Nicholas stellt sich in seinem herausragenden Buch „Marx’s Theory of Price and its Modern Rivals“ (PDF) die ambitionierte Aufgabe, Marx‘ „Kapital“ noch einmal ganz neu und gleichzeitig so originalgetreu wie nie zuvor zu interpretieren. Die einzige logisch konsistente und empirisch fundierte Theorie der Ökonomie, eben die Marxsche Theorie, soll als Ablösung für die über Jahrhunderte dominierende Scharlatanerie der bürgerlichen Vulgärökonomie ins Spiel gebracht werden.

Ich schließe mit dem eindringlichen Appell, diesen Funken einer wissenschaftlichen Kritik der politischen Ökonomie in die Männerbewegung zu tragen, sodass der von Milliarden Opfern kapitalistischer Ausbeutung ersehnte kommunistische Steppenbrand entfacht werden möge. Das Ziel kann nichts Geringeres sein, als „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ (Karl Marx: „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung“, S. 385)

Kommentare zu: "Konjunktur des Stumpfsinns: Rechter „Libertarianismus“ bei Maskulisten" (3)

  1. Geld, Politik und Religion

    Das Geld ist die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung in einer arbeitsteiligen Zivilisation, und der Geldkreislauf der Volkswirtschaft ist so lebenswichtig wie der Blutkreislauf des Menschen. Der Zusammenbruch des Geldkreislaufs (Liquiditätsfalle) bedeutet das Ende der Zivilisation.

    Damit das „Geld, wie es (noch) ist“ in Bewegung (im Umlauf) bleibt, werden heute zwei Mechanismen eingesetzt, die aber beide in ihrer Wirkung destruktiv sind und jede Volkswirtschaft mit mathematischer Präzision zerstören: das „Zuckerbrot“ der Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) und die „Peitsche“ der schleichenden Inflation.

    Für den Zinsgeldverleih muss der Urzins bezahlt werden, was zur systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Privatkapitalismus) führt; und die schleichende Inflation ist erforderlich, um die als „Frieden“ bezeichnete Zeitspanne von einem Krieg bis zum nächsten zu verlängern.

    Wer „Spitzenpolitiker“ in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) spielen will, darf diese Zusammenhänge auf gar keinen Fall wissen; und wer ein von der „hohen Politik“ anerkannter „Wirtschaftsexperte“ sein will, darf auf gar keinen Fall wissen, was Geld ist:

    Geld, Geldmengen und Geldillusionen

    Damit das „Geld, wie es sein soll“ vom arbeitenden Volk gar nicht erst angedacht wird und somit die Marktwirtschaft unverständlich und auf jeden Fall kapitalistisch bleibt, sodass „Spitzenpolitiker“, „Wirtschaftsexperten“ und andere sinnfreie Existenzen weiterhin gut beschäftigt sind, gibt es bis heute die Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern):

    Der Zins – Mythos und Wahrheit

  2. Snake Plissken schrieb:

    Warum Maskulismus meistens ultrarechts ist, kann ich recht leicht beantworten: Es ist praktisch immer eine männliche Überlegenheitsidee. Der Mann, so die Annahme, ist der Frau in allen wichtigen Dingen überlegen. Was aber macht den Mann denn überlegen? Antwort: Seine Männlichkeit. Seine Fähigkeit, ein „Alpha“ zu sein. Kein Wunder, dass unter Maskulisten vor allem der starke Alpha bewundert wird, der harte, durchsetzungsfähige Mann. Der Weg zu den Männlichkeitsfantasien der Rechtsextremen ist, gerade im deutschsprachigen Raum, dann nicht mehr weit. Oder, um es mit den Worten von Lion Edler zu sagen:

    „Tatsächlich findet im Westen eine Art mentale Vertuntung der Gesellschaft statt, und das Epizentrum dieser mentalen Vertuntung ist Deutschland. Es herrscht eine linke Abscheu auf alles, was hart, stark, männlich, deutsch und rechts ist. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft der Waschlappen, die duckmäuserisch und mimosenhaft auf ihre Feinde reagiert.“

    Für „männliche Lesben“ und schüchterne Männer haben diese Leute nur Verachtung übrig. Ein sich als „weiblich“ empfindener Mann ist ohnehin als Frauenhasser sehr ungewöhnlich, da sich das Ganze nur mit einem gewissen Selbsthass (auf das Weibliche in sich selbst) erklären lässt. Hingegen sind Frauenhasser, die fixiert auf Männlichkeit und alles, was damit klassischerweise verbunden wird (Härte, Stärke, Egoismus, Ehrgeiz, …), leicht zu verstehen.

  3. […] recht keine adäquaten Lösungsansätze zu erwarten sind. So bekennt sich Smith bald (S. 16) zur rechts-„libertären“ Ideologie und erteilt damit einer wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas eine […]

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