Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

Der Fall einer Bäuerin und zweifachen Mutter, die Männer als Sklaven für sich arbeiten ließ, von ihnen Geld verlangte und diese Form der Ausbeutung als Dienstleistung einer Domina anpries, illustriert es besonders markant, was für die Prostitution immer gilt: Die Nutte ist eine Ausbeuterin, die den Freier Arbeit verrichten lässt und ihn zusätzlich unter Drohung mit der Staatsgewalt, die diese lukrative Masche protegiert, ausraubt. Feministinnen haben also Recht, wenn sie eine Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern ausmachen. Frauen bekommen systematisch fürs Nichtstun eine Luxusrente und Männer für Sexarbeit einen „negativen Lohn“, müssen also bezahlen, was Frauen gratis erhalten. Dies ist die Folge einer Gesellschaft, die auf der Gewalt des Privateigentums fußt und Frauen die exklusive Verfügung über sich als Sexualmittel gewährt.

Die Untertanenhaltung, die Männer verinnerlicht haben müssen, die sich solcher Gewalt willig fügen, ist symptomatisch für die kapitalistische Ökonomie. So ist beispielsweise die Perversion, dass es als Glück gilt, im Zwangsdienst eines Kapitals zu stehen, allgemein anerkannt. Arbeit zu „haben“ – gemeint ist: unter dem Zwang zu stehen, für Fremde Arbeit zu leisten – ist in der fabrizierten Einbildung der Geknechteten zum Wert an sich geworden, was sich nicht zuletzt in der völlig verdrehten Bezeichnung der Kapitalisten und Aneigner der Mehrarbeit als „Arbeitgeber“ und der ausgebeuteten Leistungsträger als „Arbeitnehmer“ niedergeschlagen hat.

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