Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

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„Recht und Gerechtigkeit“ wird unzensiert angeboten

„Recht und Gerechtigkeit“, das neue Buch von Jörg und Miriam Kachelmann, in dem beide den Fall Kachelmann aufarbeiten, steht jetzt zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Falschbeschuldigerin Claudia Simone Dinkel ließ gestern per einstweiliger Verfügung den Vertrieb unterbinden, da ihr Name genannt wird. Hier einige Adressen, wo das Buch im EPUB- und PDF-Format geladen werden kann:

Frauen sind Nutten und Parasiten der Männer

Als hätte es noch eines weiteren Beweises für die Existenz des die ganze Gesellschaft beherrschenden Feminats bedurft, hier ist er:

Text der Sprecherin:

betterDate verbindet die beiden schönsten Nebensachen der Welt: Shopping und Männer. Einfach anmelden, die schönsten Exemplare in den Einkaufswagen legen und verlieben. betterDate – wo Frauen Männer shoppen. Und das Beste: Für Frauen völlig kostenlos.

Auf der Website der Partnervermittlung heißt es:

betterDate verbindet Männer mit Shopping. Ja Mädels, ihr habt richtig gehört! Denn hier werden Männer zu Produkten und ihr geht sie einfach einkaufen. So entscheidet ihr, wer euch gut steht und wer euch kontaktieren darf. Und das Beste: Für Frauen ist das völlig kostenlos.

(betterDate: Über uns)

Am wenigsten stört mich an dem Fundstück die männerverachtende Werbung selbst. Anders als Feministinnen verwechsle ich Symptome des Sexismus nicht mit seinen Ursachen, glaube nicht, dass Bilder oder „Diskurse“ Unterdrückung produzieren, weshalb ich Zensur entschieden ablehne. (Damit will ich keineswegs suggerieren, dass Feministinnen sexistische Werbung akkurat erkennen. Sie tun es nicht. Sie projizieren lediglich ihre Wahnvorstellungen auf Vorgefundenes. Sie erfinden Sexismus aus dem Nichts.) Ich bin den Machern dieses Spots sogar für die erfrischende Unverblümtheit dankbar, in der sie das tatsächliche Herrschaftsverhältnis des kapitalistischen Feminats darstellen. Männer sind ein Produkt wie jedes andere. Es steht Frauen, wie jedes andere Produkt auch, nach Belieben und kostenlos zur Verfügung.

Das Produkt Mann zeichnet sich dadurch aus, dass es in seiner Rolle des Lohnarbeiters einen Mehrwert produziert und in der Rolle des Wirtsorganismus einen Teil des Mehrwerts an Frauen abgibt. Frauen sind der parasitäre Symbiont des Menschen. Kapitalisten lassen den Abfluss eines Teils des Mehrwerts an Frauen zu, weil die Mehrwertmasse so größer ist als ohne den Eingriff der Frauen. Frauen sind die Einpeitscher des Kapitalisten. Sie besorgen die Zurichtung der Männer auf ihre Funktion als Sklaven des Kapitals. Frauen pressen Männer bis zur Selbstaufopferung aus, stacheln sie zu den größten Grausamkeiten an und nötigen sie, immer neue Rekorde der Zerstörung aufzustellen. Frauen vermögen, das Schlechteste im Menschen hervorzubringen. Das Feminat und das Kapital ergänzen sich, reproduzieren sich und sind aufeinander angewiesen. Das Feminat wird sich nur stürzen lassen, wenn man das Kapital vernichtet.

Dem Spot lassen sich ein paar Einsichten über die Funktionsweise des Feminats entnehmen:

  • Überwiegend Frauen konsumieren, produzieren aber nichts. Sie geben das Vermögen ihrer Wirte aus. Das kapitalistische Feminat ist ein Konsumparadies für Frauen und eine Hölle der Zwangsarbeit für Männer.
  • Frauen haben Zugriff auf das Vermögen und die sexuelle Leistung der Männer. Durch ihre Erpressermacht kontrollieren Frauen im Feminat die Sexualität der Männer und beuten sie aus.
  • Kapitalisten sind Eigentümer der Produktionsmittel, Frauen sind Eigentümer der Sexmittel, also ihrer eigenen Körper. Der gewaltsame Ausschluss der Nichteigentümer und die künstliche Verknappung der Gebrauchswerte begründen die Ausbeutung durch Kapital und Feminat.
  • Die Inbesitznahme eines Wirts verwechseln Frauen mit „Verlieben“. Frauen sind im Allg. nicht in der Lage, Liebe zu empfinden. Wie viele Parasiten manipulieren Frauen das Nervensystem ihres Wirts, sodass dieser den Befall nicht bemerkt, mehr Ressourcen dem Parasiten bereitstellt, nicht mehr klar denken kann, beim Kontakt mit dem Parasiten Euphorie verspürt und vom Parasiten emotional abhängig wird.
  • Die Geschlechter sind weit von einer Gleichberechtigung entfernt. Frauen genießen im Feminat Privilegien. Sie dürfen Männer vergewaltigen und berauben. Um die Unterdrückung der männlichen Sexualität und die ausschließlich gegen Männer gerichtete Ausbeutung sichtbar zu machen, führe man ein Gedankenexperiment durch: Wie akzeptiert ist es in dieser Gesellschaft, wenn Frauen zahlen, damit sie von Männern sexuell benutzt werden? Wie würde es aufgenommen, wenn Männer loszögen, um Frauen zu „shoppen“ und zu berauben? Sie werden dafür nicht wie Frauen hochgejubelt, sondern wegen „Vergewaltigung“ und Raub von der Feminatsjustiz eingeknastet, obwohl die männliche „Vergewaltigung“ ein feministischer Mythos ist. Frauen dagegen genießen das Privileg, nach Belieben weiblich zu vergewaltigen und Männer auszuplündern.

„Exposing Feminism“ von Swayne O’Pie

Im Mai ist die internationale Ausgabe von „Exposing Feminism: The Thirty Years‘ War Against Men“ von Swayne O’Pie erschienen. Das Buch ist eine Materialsammlung, die die feministischen Ideologeme aufgreift und widerlegt. O’Pie weist nach, dass sich der moderne ideologische Feminismus auf Misandrie gründet und Misandrie propagiert. In einer „stillen Revolution“ hat er die Machtpositionen der westlichen Gesellschaften besetzt und verwirklicht sein Programm der kollektiven Bevorzugung von Frauen und der kollektiven Bestrafung von Männern. (mehr …)

Peter Decker zur Frauenfrage

Peter Decker von der Marxistischen Gruppe (heute GegenStandpunkt) formulierte anlässlich der Studentenbewegung 1988/89, in der die Frauenfrage ein zentrales Thema war, in einem Vortrag seine Kritik an dem ganzen feministischen Irrsinn, der schon damals an den Universitäten virulent war und heute die ganze Gesellschaft heimsucht. Die ganze Palette der feministischen Themen – von Lohnungerechtigkeit, über Patriarchat und „feminisierte Wissenschaft“ bis zur albernen Sprachregelung – nimmt Decker aufs Korn.

Da der Feminismus seit jeher dieselben Gedanken wiederkäut, als hätte es nie einen Einwand gegeben, ist der Vortrag noch immer aktuell. Ich weise auf diese Sternstunde marxistischer Kritik auch in der Hoffnung hin, dass antifeministische Kritik nicht pauschal als „rechts“ abgetan wird und dass „linke“ Strömungen in ihrer Vielfalt wahrgenommen werden. Der Vortrag unterstreicht die These, dass die Emanzipation der Geschlechter nur im Zuge einer kommunistischen Revolution zu erzielen ist. Ich fürchte, diese Erkenntnis wird bei den heutigen Maskulisten genauso wenig ankommen wie bei den feministischen Zuhörerinnen von damals.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Esther Vilar im Gespräch

Alice Schwarzer und Esther Vilar im Streitgespräch

Das Gespräch aus dem Jahr 1975 zwischen Alice Schwarzer, die auch damals schon zur feministischen Medienelite zählte, und Esther Vilar, eine frühe und wohl die prominenteste Kritikerin der Ausbeutung von Männern durch Frauen, kann nun vollständig angeschaut werden. Leider kommt Vilar kaum zu Wort. Schwarzer führt ihre Ansichten aus und überschüttet Vilar mit einem Schwall aus Fragen und Anwürfen, lässt sie dann aber nicht ihre Thesen ausführen. Befunde und Thesen Vilars, die damals vielleicht noch überzogen und unangebracht, sogar satirisch erschienen, sind heute, da die Diktatur des Feminats viel umfassender entwickelt ist, umso treffender. Dieselben „Argumente“ – man spricht besser von menschenverachtenden Kalauern –, die Feministen heute anführen, wurden auch damals schon gebracht. Ebenso traf auch die Kritik daran damals schon ins Schwarze. Vilar erkannte richtig, dass der Feminismus von einer weltweit operierenden Clique mit einer Agenda zur Ausbeutung forciert wird. Die Mythen über die Mehrarbeit von Frauen und die Lohnlücke widerlegte sie ebenfalls. Interessant ist, wie sich Schwarzer genau wie heutige „Kritiker“ des Maskulismus Nazi-Vergleiche oder persönlicher Angriffe bediente, wenn die Argumente ausgehen. Die Sachlichkeit, zu der die in die Defensive gedrängte Vilar mahnt, lässt Schwarzer vermissen.

Ein längeres Interview mit Esther Vilar, in dem sie ihre Position darlegen konnte, kann hier gehört werden: Teil 1, 2, 3, 4. Sie spricht über ihr damals (1971) neu erschienenes Buch „Der dressierte Mann“.

Wie geht Wissenschaft?

(Nachtrag: Die verlinkten Dateien wurden gelöscht. Aktuelle Links sind dieser Bibliografie zu entnehmen. – 6. März 2013)

Imre Lakatos legte eine Wissenschaftstheorie vor, die zwischen den Extrempositionen Kritischer Rationalismus und Methodenanarchismus zu vermitteln versucht und damit m. E. sehr treffsicher beschreibt, was Wissenschaftler treiben, wenn sie Wissenschaft treiben. Einige Texte, die er verfasste oder an denen er mitwirkte, können heruntergeladen werden:

  • The methodology of scientific research programmes (Philosophical Papers Volume 1) – PDF, DJVU
  • Mathematics, science and epistemology (Philosophical Papers Volume 2) – PDF, DJVU
  • Proofs and refutations 1 – PDF
  • Proofs and refutations 2 – PDF
  • Problems in the philosophy of mathematics (Proceedings of the International Colloquium in the Philosophy of Science, volume 1) – PDF
  • The problem of inductive logic (Proceedings of the International Colloquium in the Philosophy of Science, volume 2) – PDF
  • Proofs and refutations: The logic of mathematical discovery – DJVU
  • History of Science and Its Rational Reconstructions – PDF

Poststrukturalistische „Wissenschaften“ besetzen seit gut 30 Jahren die Universitäten und diktieren in zunehmendem Maße, was politisch korrektes Denken ist. Den Respekt vor den prominenten feministischen Theorien und irrationalen Umerziehungsprojekten – wie Gender Mainstreaming – verliert man am einfachsten, indem man die logischen und sachlichen Fehler in den grundlegenden Theorien aufspürt. Paul R. Gross und Norman Levitt waren unter den Ersten, die sich mit der postmodernen Auflage der Scharlatanerie befasst haben. Mit ihrem Buch „Higher Superstition“ (1994) inspirierten sie Alan Sokal zu seinem Experiment, einen Nonsens-Text bei der Zeitschrift „Social Text“ einzureichen, was 1996 in der Sokal-Affäre mündete. Ein Jahr davor organisierten bereits Gross und Levitt aufgrund der überwältigenden Resonanz auf ihre Arbeit die Konferenz „The Flight from Science and Reason“. Ein paar Bücher, die im Zuge dieser ersten Welle der Kritik am postmodern verkleideten Unsinn entstanden sind, biete ich zum Download an:

  • Gross, Levitt: Higher Superstition – The Academic Left and Its Quarrels with Science (1998 edition) – PDF
  • The flight from science and reason (Proceedings der gleichnamigen Konferenz) – PDF
  • Bricmont, Sokal: Intellectual Impostures – EPUB

In den ersten zwei Texten wird die feministische „Epistemologie“ einer harschen Kritik unterzogen.

Romantischer Ersatz: Film und Musik bei Love-Shys

Film

Wie ich kürzlich schrieb, sind die „einzigen Freuden, die [Betas] im Leben im Feminat bleiben, der Konsum von Pornografie und die Flucht in eine romantische Traumwelt.“ Die Pornografie spielt für Love-Shys und männliche Lesben dabei nur eine untergeordnete (aber nicht unwichtige) Rolle, da sie größtenteils eine weibliche Geschlechtsidentität haben und gegenüber Sex indifferent eingestellt sind oder die passive weibliche Rolle einnehmen wollen. (In einem künftigen Artikel werde ich diese Besonderheit ausführlicher betrachten.) Viel bedeutender sind romantische Filme als Ersatz für die unerreichbare Romantik mit einer Frau:

Basically, love-shy men are especially prone to become obsessed with anything which they consider to be romantic and esthetically pleasing. They love motion pictures which incorporate well-structured, romantic love stories that tug at the heartstrings and which „grab a person“ emotionally. Simply put, they love to be emotionally engrossed through the vicarious experiencing of love and romance, especially when the romance involves a girl whom they consider to be naturally beautiful.

(Gilmartin: Shyness and Love, S. 474)

Ein Film kann gar nicht sentimental, gefühlvoll und romantisch genug sein. Ein gutes Beispiel ist m. E. der Musical-Film „Xanadu“ (1980). Allein die Handlung ist fantastisch und wie aus einem Traum. Terpsichore (gespielt von der bezaubernden Olivia Newton-John), die Muse des Tanzes, steigt herab ins Amerika des Jahres 1980 und inspiriert den Künstler Sonny, mit einem Musiker als Partner ein Tanzlokal zu eröffnen. Ein Ausschnitt daraus mit der abschließenden Tanzszene im besagten Lokal Xanadu verrät auch etwas über den Musikgeschmack der Love-Shys:

Weil es so schön ist, zeige ich noch eine Szene. Darin materialisieren sich zu Beginn des Films die neun Musen aus einem Wandgemälde heraus. Danach wird Künstler Sonny von seiner Muse Kira (alias Terpsichore) geküsst. Allein die wunderschöne Ikonografie, die von Farbigkeit strotzt, und der heitere Tanz berühren das Herz eines Love-Shys.

An solchen Szenen springt ins Auge, warum die bevorzugte Kunst der Love-Shys nicht massenkompatibel ist. Die Lieblingsfilme von Love-Shys, die Gilmartin ermittelt hat, waren tatsächlich kommerziell nicht erfolgreich. Für den durchschnittlichen heterosexuellen Mann mit männlicher Geschlechtsidentität und die große Mehrheit der Frauen, die einen sehr männlichen Partner begehrt, ist solche Kunst – so stelle ich es mir jedenfalls vor – über die Maßen schnulzig. Ein Alphamann darf oder will sich keine romantischen Gefühle erlauben. Jenseits aller vermeintlichen oder wirklichen Schnulzenhaftigkeit beziehen Love-Shys aber etwas viel Tieferes aus dieser Kunst, nämlich die Ahnung einer unbeschwerten und überwältigenden Verbundenheit mit einer geliebten Frau, die sie sonst nirgends fühlen können. Dafür, dass Kunst und Träume als Ersatz für die echte Verbundenheit, die andere Männer erleben, herhalten müssen, sind sie ganz und gar nicht überzogen. Gilmartin unterstreicht dieses – mangels Alternativen – starke Bedürfnis, in romantische Gefühle einzutauchen:

Of course, the love-shys‘ need to become deeply lost in the vicarious experiencing of romantic emotion must be considered perfectly understandable in view of both their backgrounds and their problems. The love-shys had been quite totally lacking in the opportunity to experience emotion directly in their own lives.

(ebenda, S. 475)

Gilmartins Untersuchung von Love-Shys ist etwa 30 Jahre alt. Filme nach 1981 fehlen daher in seiner Auflistung. Das dürfte der Hauptgrund sein, dass ich sehr wenige der dort genannten Filme der Love-Shys kenne. Ich habe mich aber von der Liste leiten lassen und ein paar Filme daraus angeschaut. Und die gefielen mir auf Anhieb, auch wenn sie heute doch sehr gealtert wirken. Andererseits werden aber gerade liberal inspirierte B-Movies wie in den 1960er-1970er Jahren nicht mehr produziert.

Ein Film aus der Liste, der mir zu einem viel gesehenen Lieblingsfilm geworden ist, ist „Breezy“ (1973). Im Unterschied zu Filmen wie „Xanadu“, wo die Zuneigung sehr an der Oberfläche bleibt und nicht erwidert wird (Eine Muse darf sich eben nicht verlieben.), entwickelt „Breezy“ ein wichtiges Motiv, das sich durch viele Filme der Love-Shys zieht. Es ist die ehrliche und glaubwürdige Erzählung einer wechselseitigen Liebesbeziehung. Daran kann ein Love-Shy aufgrund seiner Lebenssituation in seiner Phantasie anknüpfen. „Breezy“ zeigt eine eigentlich aussichtslose Beziehung, in der sich zum Schluss trotz aller Hindernisse die Liebe als alles überwindende Kraft durchsetzt:

May-December romances constitute another theme which, for understandable reasons, enthralls many older love-shy men. The 1973 film BREEZY, with the late Bill Holden in the part of the older man, excited many of those interviewed. And the then 19-year old Kay Lenz, Mr. Holden’s love interest in that picture, received many votes from the love-shys as „the perfect woman“. Ms. Lenz’s role in BREEZY depicted her as being wildly assertive, nurturant, and yet flamboyantly unconventional and nonconforming. These too are traits which are very rare in attractive young women; such traits seem to excite quite well the romantic fantasies of the love-shy.

(ebenda, S. 483-484)

In der folgenden Szene werden sich Breezy und Frank bewusst, dass das für Frank Undenkbare eingetreten ist, eine Liebe über Generationen hinweg.

Abschließend will ich noch auf einen Film hinweisen, der nicht in der Liste Gilmartins steht, an dem ich aber einen Handlungsstrang faszinierend finde. Es handelt sich um den vierten und vorletzten Teil einer Filmreihe von François Truffaut über das Leben der fiktiven Figur Antoine Doinel. In „Das Ehedomizil“ (1970, auch bekannt als „Tisch und Bett“) bekommt Antoines Frau ein Kind, während er versucht, endlich in einem Job Fuß zu fassen. Einzig interessant für mich ist die Affäre mit der Japanerin Kyoko, auf die sich Antoine einlässt bzw. in die er hineingezogen wird. Mich fasziniert (1.) Kyokos Schönheit, die genau meinem Schönheitsideal entspricht, (2.) dass sie den ersten Kontakt mit einer List initiiert, (3.) dass sie Antoine mit dem ersten Kuss überrascht, (4.) dass sie ihn zum ersten Date zum Abendessen in ihre Wohnung einlädt und dort mit ihm Sex hat. Kyoko verkörpert eine Persönlichkeit, die sich Love-Shys und männliche Lesben an ihrer Partnerin wünschen könnten. Sie initiiert die ersten Schritte, riskiert also Zurückweisungen, und sie führt den Mann in der Beziehung. Dabei ist sie einzig und ganz tief ihrem Partner verbunden und sehr fürsorglich, wie in diesen Ausschnitten zu sehen ist.

Musik

The love-shys in both age groups tended to prefer vocal love ballads, Broadway show music, brassy jazz music, easy listening, film soundtracks, and light classical works. A few of them mentioned having a strong liking for country and western. On the other hand, rock music of any kind tended to be strongly disliked by the love-shys. Their objections to it, however, were based on esthetic, and not on moral grounds. Simply put, love-shy men prefer anything with rich and beautiful melody; and they dislike anything which is noisy, loud, dissonant, or unmelodic. For most of the love-shys, melody appears to be the most important element in music. And in this regard many of their contemporaries would doubtless consider them to be „old fashioned“. Thus, musical beat and lyrics matter a good deal less to the love-shy than does melody.

(Gilmartin: Shyness and Love, S. 486; Hervorhebungen im Original)

Diese Aussagen zum Musikgeschmack sind freilich im räumlichen und zeitlichen Kontext der Studie zu sehen. In den Grundzügen stimmen die Resultate auch für mich: Musik gefällt mir nur, wenn sie sehr melodisch ist, gerne auch mit weiblichem Gesang. Die Filmmusik zu „Xanadu“ ist dafür durchaus illustrativ.

Ein großer Vorteil für Love-Shys heute ist, dass sie übers Internet Zugang zu allen Filmen und Musikstücken haben, die ihnen gefallen. Gilmartin musste noch mit Bedauern konstatieren, dass gerade die Nischenprodukte, die Love-Shys nachfragen, damals schwer zugänglich waren, entweder nur in wenigen Kinos und für eine begrenzte Zeit oder nur außerhalb des Massenmusikmarkts. Ein Problem aber bleibt: Love-Shys erleben ihren Kunstgenuss nur allein. Eine Gesellschaft, in der sie mit ihren Kunstpräferenzen willkommen sind und Kunst gemeinsam mit Frauen erfahren können, ist nach wie vor ein Desiderat. Orte der Begegnung, wie es sie für Minderheiten wie Lesben und Schwule seit Langem gibt, müssten auch für die große Gruppe der Love-Shys etabliert werden, nicht um sich abzugrenzen, sondern um überhaupt Menschen zu begegnen, Erfahrungen zu tauschen und als gesellschaftliche Kraft stärker zu werden.