Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

Beiträge mit Schlagwort ‘Kommunismus’

Was ist die Weibergemeinschaft?

Gemeinschaften von Weibern sind viele vorstellbar, nämlich überall, wo Weiber sich zusammenfinden. Der Terminus Weibergemeinschaft ohne weitere Qualifizierung – bereits für das 16. Jh. belegt – meint aber etwas sehr Spezifisches, eine Organisationsweise der sexuellen Interaktion zwischen Menschen. Nur diese ist Gegenstand der folgenden Betrachtung. Da das Wort heute nicht mehr gebräuchlich ist, findet es sich nicht in Nachschlagewerken der Gegenwartssprache. Das „Deutsche Wörterbuch“ (erstellt von 1838 bis 1961) liefert diese Definition:

die sitte dasz ein weib einer anzahl von brüdern oder sonst verbundenen männern gemeinsam angehört

Marx gebrauchte den Ausdruck nur in zwei Texten, in einem nicht zur Veröffentlichung bestimmten Manuskript aus dem Jahr 1844 und mit Engels als Koautor im „Manifest der Kommunistischen Partei“ (1848). Die Stellen lauten: (mehr …)

Die Vorzüge des Kommunismus gegenüber dem kapitalistischen Elend

Christian Siefkes hat in seinem Buch Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software ausgearbeitet, wie eine kommunistische Gesellschaft, deren Produktionsweise durch die Peer-Ökonomie bestimmt ist, beschaffen sein kann. Daraus zitiere ich nur den Abschnitt, der die neue Gesellschaft dem heute herrschenden kapitalistischen Terror des Privateigentums gegenüberstellt und dabei aufzeigt, wie dysfunktional und ineffizient der Kapitalismus gesamtgesellschaftlich und insbesondere aus Sicht der unterdrückten Klasse ist. Es empfiehlt sich, das gesamte Buch zu lesen, um die Funktionsweise der Peer-Ökonomie zu verstehen. Der Autor und Gleichgesinnte schreiben auf dem Blog keimform.de.

Eine Strategie, wie dieser Kommunismus erreicht werden kann, liefert das Buch nicht, obwohl offensichtlich ist, dass die Gewalt des Privateigentums, die durch Staat und Kapital ausgeübt wird, jede ausbeutungsfreie Organisation der Gesellschaft unterbindet. Nach Marx müsste eine Diktatur des Proletariats errichtet werden, die den bürgerlichen Staat ersetzt, die Kapitalisten enteignet, also die Produktionsmittel unter die Kontrolle der Produzenten bringt, und diesen Status so lange verteidigt, bis alle oppositionellen Kräfte aufgegeben haben und die neue Gesellschaft so viel Anziehungskraft besitzt, dass sie von selbst tragfähig ist.

Hier nun das Zitat (S. 83–95, Hervorhebungen im Original): (mehr …)

Konjunktur des Stumpfsinns: Rechter „Libertarianismus“ bei Maskulisten

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass große Teile des Maskulismus rechtsextrem sind, aber anders als die oberflächlichen feministischen Kritiker der Bewegung meinen. Viele Maskulisten haben sich der rechten Ideologie des „Libertarianismus“ verschrieben. Der Grund ist vermutlich, dass er die einfachste und – bei flüchtiger Betrachtung – die gefälligste Negation des mit dirigistischen Zügen im hiesigen Feminat realisierten Feminismus ist. Diese sich irrtümlich systemkritisch wähnenden Maskulisten unterscheiden sich in ihrem politischen Standpunkt von dem ihrer politischen Gegner lediglich darin, dass sie für eine andere Form des Kapitalismus Partei ergreifen. Eine Kritik an der Ausbeutung durch Kapital und Feminat wurde nicht im Ansatz geleistet. Eine Erklärung, was mit der verschärften Ausbeutung in einer rechten Diktatur für die Anliegen der Männer gewonnen würde, bleiben sie ebenfalls schuldig. Überhaupt die Idee, sich für so ein menschenverachtendes Ziel einzusetzen, ist hirnrissig, und dass sie von so vielen Maskulisten vertreten wird, führt alle ihre wohlmeinenden Absichten ad absurdum und erregt bei Außenstehenden verständlicherweise Befremden. (mehr …)

Die Männerbewegung kann nur Erfolg haben, wenn sie kommunistisch wird

Was mich immer wieder verwundert, ist die scharfe Ablehnung kommunistischer Ideen durch emanzipatorisch eingestellte Männer in allen Strömungen des Maskulismus. Es gibt für Maskulisten einige vernünftige Gründe, die Marxsche Theorie zu übernehmen und sich im Klassenkampf für den Kommunismus zu engagieren:

Die Parallelen zwischen der elenden Lage der ausgebeuteten Klasse, dem Proletariat, und den Männern in dieser kapitalistischen Gesellschaft liegen auf der Hand. Die Annahme, dass eine Analyse und Kritik der kapitalistischen Ausbeutung auch zur Analyse und Kritik der Ausbeutung durch das Feminat beitragen kann, ist naheliegend.

Des Weiteren wäre eine Unterminierung der Diktatur des Feminats, ohne die Unterdrückung durch das Kapital anzutasten, kaum zu realisieren, da Kapital und Feminat verschränkt sind. Das Kapital ist auf das Feminat angewiesen und umgekehrt. Das Feminat wird sich nicht beseitigen lassen, ohne dass man das Kapital beseitigt.

Darüber hinaus ist am Kapitalismus nichts erhaltenswert. Gelänge es tatsächlich, einen Kapitalismus ohne Feminat zu erringen, wäre absolut nichts gewonnen. Dass Maskulisten trotzdem bestenfalls für eine Gleichberechtigung eintreten, auch die vermeintlich linken wie Arne Hoffmann, offenbart, dass der Maskulismus an demselben Logikproblem wie der Feminismus krankt und derzeit nur ein Sexismus mit umgekehrtem Vorzeichen ist. Das Elend würde nicht reduziert, es würde nur neu auf die Geschlechter verteilt. Die Zusammensetzung der Opfer von Kapital und Feminat würde sich ändern. Warum es überhaupt Elend und Opfer braucht, verschweigt der Maskulismus. Er ist in dem Punkt nicht weniger heuchlerisch und menschenverachtend als der Feminismus, dem es auch nicht um das Wohl von Menschen geht, sondern um den Vorteil der Frauen zulasten der Männer. Warum beendet der Maskulismus nicht endlich den Geschlechterkampf, indem er die Ursache der Ausbeutung, das kapitalistische System, bekämpft? Warum schürt der Maskulismus Feindseligkeit unter den Geknechteten, anstatt die staatlichen und kapitalistischen Strukturen niederzuringen, die die Mehrheit der Menschen ins Elend zwingen?

Erschreckend ist, dass es sogar sog. Libertäre („Anarcho-Kapitalisten“ wäre treffender) in der Männerbewegung gibt, die ihre eigene kapitalistische Ausbeutung mittels religiöser Lehren ahnungsloser Dummschwätzer und Einpeitscher des Kapitals (von Mises, Hayek, …) glorifizieren. Viele Maskulisten sind so von dieser Ideologie des Neoliberalismus, die im Wesentlichen mit der herrschenden Ideologie übereinstimmt, verblendet, dass sie sich ein Leben jenseits der Ausbeutergesellschaft nicht vorstellen können und die Freiheit des Kapitals, Menschen auszubeuten, mit individueller Freiheit verwechseln.

Maskulisten sind mehrheitlich rechts, aber anders als feministische Hetzer wie Kemper und Co. vermuten. Man braucht auch keine Nazivergleiche bemühen, um Nationalismus als ideologischen Unsinn zu entlarven. Auf die Feinheiten, die die Nazi-Ideologie vom nationalen Bewusstsein des treudoofen Staatsbürgers trennen, kommt es nicht an. Bescheuert ist Nationalismus in allen Spielarten. Mit ihrem Nationalismus schaden Maskulisten in erster Linie ihrem Anliegen, der Befreiung der Männer. Auch in diesem Punkt scheinen sich Maskulisten einen Unbeliebtheitswettbewerb mit Feministinnen liefern zu wollen. Die richtige Antwort auf den regierenden Femifaschismus ist nicht Nationalismus von Männern. Vielmehr gilt es, die Nation als für Proletarier vorgesehener ideeller Bezugsrahmen, wenn es um erlaubte Lebensziele – sich im imperialistischen Krieg oder im Klassenkampf im Betrieb verheizen zu lassen – geht, zu zersetzen. Im Zug der kommunistischen Umgestaltung der Ökonomie wird der Staat, die Interessenvertretung und Gewaltorganisation des Kapitals, ohnehin absterben.

Das wichtigste Argument für eine kommunistische Ausrichtung von Männern, die sich ihrer Unterdrückung bewusst geworden sind und sich aus ihr befreien wollen, ist ein epistemologisches: Wenn man sich mit einem Gegenstand befasst, ist es vorteilhaft, von der adäquatesten Theorie darüber auszugehen. Mit Ideologien, die zu glauben vielleicht bequem sein mag und Tradition hat, übernimmt man falsche Überzeugungen und gelangt zu falschen Schlüssen. Mit dem Glauben an Ideologien enthält man sich selbst Erkenntnisse vor und sabotiert weitere Erkenntnisprozesse. Nur eine wissenschaftliche Theorie – im Fall der kapitalistischen Gesellschaft also die einzige wahre und vollständigste Theorie, die Marxsche Theorie, – kann eine rationale Basis für den Umgang mit dem untersuchten Gegenstand bilden. Wer falsche Vorstellungen über den Kapitalismus hegt, wird nicht verstehen, warum er notwendigerweise ausbeuterisch ist, und wird keine Gründe und Mittel wissen, ihn abzuschaffen.

Peter Decker zur Frauenfrage

Peter Decker von der Marxistischen Gruppe (heute GegenStandpunkt) formulierte anlässlich der Studentenbewegung 1988/89, in der die Frauenfrage ein zentrales Thema war, in einem Vortrag seine Kritik an dem ganzen feministischen Irrsinn, der schon damals an den Universitäten virulent war und heute die ganze Gesellschaft heimsucht. Die ganze Palette der feministischen Themen – von Lohnungerechtigkeit, über Patriarchat und „feminisierte Wissenschaft“ bis zur albernen Sprachregelung – nimmt Decker aufs Korn.

Da der Feminismus seit jeher dieselben Gedanken wiederkäut, als hätte es nie einen Einwand gegeben, ist der Vortrag noch immer aktuell. Ich weise auf diese Sternstunde marxistischer Kritik auch in der Hoffnung hin, dass antifeministische Kritik nicht pauschal als „rechts“ abgetan wird und dass „linke“ Strömungen in ihrer Vielfalt wahrgenommen werden. Der Vortrag unterstreicht die These, dass die Emanzipation der Geschlechter nur im Zuge einer kommunistischen Revolution zu erzielen ist. Ich fürchte, diese Erkenntnis wird bei den heutigen Maskulisten genauso wenig ankommen wie bei den feministischen Zuhörerinnen von damals.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Naturalistischer Fehlschluss: Ausbeutung ist natürlich und daher gut und unabänderlich

„Christian Schmidt“, Kapitalist und Blogwart von Alles Evolution, findet, dass Ausbeutung natürlich ist und daher (sic!) hingenommen und nicht als Ausbeutung benannt werden soll:

Was du übersiehst ist, dass
-Status ungleich Versorgung und versorgung ungleich Ausbeutung ist
– es in beiden Fällen erst einmal nur ein Attraktivitätsmerkal ist, nicht unbedingt der wunsch nach Reichtum oder Ausbeutungsmöglichkeiten
– Frauen ebenso wenig ändern können, was sie an Männern attraktiv finden, wie Männer das ändern können. Wenn du Busen attraktiv findest, dann kannst du dir das nicht abgewöhnen. Genauso bleibt Status für Frauen immer interessant und damit Hypergamy ebenso, aber nicht unbedingt der Ausbeutung wegen, sondern aus dem gleichen Grund, aus dem junge attraktive Frauen wie Heard attraktiv für Männer sind.

Es stimmt, dass die Versorgungsleistung eines Mannes für Frauen ein Attraktivitätsmerkmal ist. Dieses Merkmal ist natürlich insofern, als es sich in der Evolution herausgebildet hat. Es lässt sich auch nicht einfach abstreifen, genauso wenig wie sich heterosexuelle Männer entscheiden können, einen jungen Frauenkörper mit durchschnittlichen Proportionen nicht attraktiv zu finden. Soweit stimme ich zu. In den ersten zwei Punkten irrt sich Christian jedoch. (mehr …)

Das Bedürfnis nach Instantliebe und die Zurückweisung mittels weiblicher Vergewaltigung

Instantliebe ist angesagt

In Bezug auf die Frauen, die Love-Shys begehren, schreibt Gilmartin:

(…) most of the younger love-shy men seemed to maintain a sense of optimism that they could or would somehow one day magically be able to win such a specimen without taking any positive steps on their own initiative. Their fantasies and daydreams revolved almost exclusively around the imagery of already having such a beautiful woman.

(Gilmartin: Shyness and Love, S. 301)

Mir ging es früher genauso. Bei jedem Mädchen, in das ich verliebt war, hielt ich es für möglich, dass es meine Zuneigung erkennen würde und meine Nähe suchen würde. Wenn wir zueinander passten, würde das Mädchen mich finden und sich für mich entscheiden und wir wären plötzlich in einer Beziehung. Ich glaubte, die künftige Begegnung mit der Geliebten sei ganz sicher, weil ich ja tiefe Gefühle für sie empfand. Anderenfalls, falls das Mädchen kein Interesse an mir zeigen würde, könnte ich es ohnehin nicht lieben. Wechselseitige Zuneigung und Vertrauen sind für mich Voraussetzungen für eine dauerhafte Liebe. Somit ist die einzige Möglichkeit, wie eine Beziehung entstehen könnte, dass die Auserwählte die Initiative ergreift. Es ist aus mehreren Gründen völlig ausgeschlossen, dass ich den ersten Schritt mache. Die Erfahrungen von Millionen Männern geben mir Recht. (mehr …)