Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

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Männliche Lesben und Love-Shys, vereinigt euch!

Dass das Leid der männlichen Lesben gesellschaftlich durch zu restriktive Rollenerwartungen verursacht wird, scheint mir gut herausgearbeitet zu sein. Nur für Love-Shys, die keine männlichen Lesben sind, wäre eine von Brian Gilmartin entwickelte Verhaltenstherapie, die das Dating einübt, („Practice-Dating Therapy“) die effektivste Hilfsmaßnahme, da sie sich als Männer identifizieren und ihre Persönlichkeit in einer solchen Therapie entsprechend der männlichen Rolle beim Dating stärken könnten. Für männliche Lesben ist die Therapie ungeeignet. Sie würde entgegen der weiblichen Geschlechtsidentität der männlichen Lesbe operieren und versuchen, eine Schüchternheit zu behandeln, die es gar nicht gibt, die nur eine Schimäre ist, die erscheint, wenn man der männlichen Lesbe fälschlich eine männliche Geschlechtsidentität zuschreibt. Die weiblichen Aspekte zu unterdrücken oder die Persönlichkeit gar zu brechen, fördert gewiss nicht die psychische Gesundheit.

Dennoch halte ich es für sinnvoll, wenn sich beide Gruppen gemeinsam politisch engagieren. Männliche Lesben sind ja eine Teilgruppe der Love-Shys. Sie teilen alle dasselbe Schicksal, dass ihre Bedürfnisse nach Freundschaft und Intimität mit Frauen wegen ihres männlichen Körpergeschlechts gesellschaftlich nicht anerkannt sind. In einer politischen Kultur, die sich die Gleichberechtigung aller Menschen auf ihre Fahne schreibt, ist das ein zu behebender Missstand. (mehr …)