Vom Überleben als männliche Lesbe im kapitalistischen Feminat

Beiträge mit Schlagwort ‘Psychologie’

Aufrichtigkeit und Liebe sind für Frauen unverträglich

3D-Frauen: Manchmal süß, oft gefährlich

3D-Frauen: Manchmal süß, oft gefährlich

Anknüpfend an meinen Artikel zur intellektuellen Diskrepanz zwischen Love-Shys und männlichen Lesben einerseits und Frauen andererseits will ich ein paar Details aus meiner Erfahrung ergänzen, um die These zu stützen und zu veranschaulichen.

Zunächst ist zu beachten, dass die These in dieser Schärfe besonders für Feminate gilt, wo ja Frauen unbeschränkt auf ihre Selektionsstrategien zurückgreifen können, während für Männer das Verfolgen ihrer Selektionsstrategien nach Belieben durch die Staatsgewalt sanktioniert werden kann. Männer sind also in der Wahrnehmung einer biologisch notwendigen Funktion gegenüber Frauen strukturell benachteiligt. Außerhalb von Feminaten dürften sich die unterschiedlichen kognitiven Ausstattungen der Geschlechter weit weniger destruktiv und gegen Männer diskriminierend auswirken. Ferner gilt die These auch im Feminat nicht notwendig für alle Frauen, weil es trotz der hohen genetischen Gleichförmigkeit von Frauen Ausreißer gibt, und sie gilt insofern nicht, als nicht alle Frauen absolut ins Feminat integriert sein müssen, z. B. wenn sie weniger einer feministischen oder gynozentrischen Erziehung ausgesetzt waren als andere. Darum schrieb ich auch, dass die These nur teilweise die Ausgrenzung von Love-Shys und männlichen Lesben erklären kann. Es gibt genügend Faktoren, die dazu führen, dass auch nicht psychopathische Frauen und Love-Shys und männliche Lesben nicht zueinander finden. Das will ich anhand meiner eigenen Erfahrung erläutern. (mehr …)

Advertisements

Bürgerliche Psychologie – nicht Wissenschaft, sondern Anpassungslehre

Die bürgerliche Psychologie ist keine Wissenschaft, weil sie für ihren Gegenstand wesentliche Bereiche systematisch nicht berücksichtigt, unkritisch die herrschende Ideologie übernimmt und sich herrschende Moralurteile zu eigen macht. Folglich sind auch die vermeintlichen Problemlösungen, die sie in Therapien nicht konformen Subjekten aufdrängen will, nicht wissenschaftlich fundiert und somit inadäquat. Dies sowie die Korrumpiertheit der konventionellen Psychologie scheint auch Gilmartin zu erahnen, wenn er in „Shyness and Love“ Gründe anführt, warum ein alternativer Ansatz zur Therapie von Love-Shys, die sog. Practice-Dating Therapy, nicht zur Anwendung kommt – ein Umstand übrigens, der sich in den letzten 30 Jahren nicht gebessert hat:

More succinctly, traditionally oriented psychotherapists (who are usually the ones with the power and influence) believe in stressing adjustment both for themselves as well as for their clients. In recent years the entire field of psychiatry has been soundly criticized for this. To be sure, adjustment of a person to his/her social environment is healthy up to a point. On the other hand, adjusting to various forms of social pressure, oppression and injustice is not healthy.

(…)

The conventional therapist believes that love-shy men need to „adjust“ to the currently prevailing norms which prescribe the assertive role for men vis-a-vis women, and which prescribe that all young men must be able to handle ambiguity (practice-dating is a highly structured sort of program). The conventional therapist similarly believes that any matchmaking activity done by a therapist on behalf of a shy person is merely a „cop out“. (The coloquial term „cop out“ has become for most psychotherapists a kind of „pat“ rejoinder for any idea of which they disapprove. Utter the words „cop out“ and it automatically becomes unnecessary to use the thinking faculty for coming up with a real argument or rejoinder.)

(…)

Traditional therapists typically believe (by action if not by intellectual conviction) in forcing square pegs into round holes, and in catalyzing people into „adjusting“ their personalities to the way things are. Hence, most of them are socially and politically conservative; e.g., „society’s alright; it’s the patient who must change“. Most traditional therapists are „wedded“ (intractably committed) to one or another „talking cure“ perspective. And if a client does not respond positively, then there must be something wrong with the client: e.g., „too many defenses“, „he’s not ready yet“, „he enjoys resisting treatment“, etc. The idea that there might be something wrong with the perspective itself—or that a certain perspective simply does not „fit“ a particular client—is something that never seriously enters the mind of the conventional psychotherapist. Indeed, it is against their vested interests for such an idea to enter their minds. Simply put, the operating assumption of most traditional psychotherapists is that the perspective they are using fits everyone. In the nutshell, THIS IS WHY CONVENTIONAL THERAPEUTIC MODALITIES HAVE INVARIABLY FAILED QUITE MISERABLY IN THE TREATMENT OF SEVERELY LOVE-SHY MEN who had been born with the inhibition and low anxiety threshold genes.

(Gilmartin, Brian G.: Shyness and Love: Causes, Consequences, and Treatment, S. 519–520; Hervorhebungen im Original)

Sich nur anderen, rationaleren, Methoden zuzuwenden, aber weiterhin zu versuchen, eine „Störung“ nur oder auch am Subjekt zu „behandeln“, ohne andere Ursachen in Betracht gezogen zu haben, ist nicht weniger fehlgeleitet und reicht nicht, um die fundamentalen Fehler der Psychologie zu umgehen. Wie Morus Markard in seinem Überblick „Einführung in die Kritische Psychologie“ aufzeigt, sind einige Anforderungen an eine Wissenschaft zu stellen. Er geht dabei von Überlegungen Max Horkheimers zu „kritischem Verhalten“ aus:

Es gibt nun ein menschliches Verhalten, das die Gesellschaft selbst zu seinem Gegenstand hat. Es ist nicht nur darauf gerichtet, irgendwelche Missstände abzustellen, diese erscheinen ihm vielmehr als notwendig mit der ganzen Einrichtung des Gesellschaftsbaus verknüpft. Wenngleich es aus der gesellschaftlichen Struktur hervorgeht, so ist es doch weder seiner bewussten Absicht noch seiner objektiven Bedeutung nach darauf bezogen, dass irgend etwas in dieser Struktur besser funktioniere. Die Kategorien des Besseren, Nützlichen, Zweckmäßigen, Produktiven, Wertvollen, wie sie in dieser Ordnung gelten, sind ihm vielmehr selbst verdächtig und keineswegs außerwissenschaftliche Voraussetzungen, mit denen es nichts zu schaffen hat. Während es zum Individuum in der Regel hinzugehört, dass es die Grundbestimmungen seiner Existenz als vorgegeben hinnimmt und zu erfüllen strebt, während es seine Befriedigung und seine Ehre darin findet, die mit seinem Platz in der Gesellschaft verknüpften Aufgaben nach Kräften zu lösen und bei aller energischen Kritik, die etwa im einzelnen angebracht sein sollte, tüchtig das Seine zu tun, ermangelt jenes kritische Verhalten durchaus des Vertrauens in die Richtschnur, die das gesellschaftliche Leben, wie es sich nun einmal vollzieht, jedem an die Hand gibt.

(Max Horkheimer: „Traditionelle und kritische Theorie“, 1937, S. 19–20)

Dazu nun Markard (S. 15–18), zur besseren Lesbarkeit ohne besondere Einrückung und Formatierung zitiert:

Wie in einem Brennglas, scheint mir, werden hier verschiedene Facetten kritischen Denkens gebündelt, auf den Punkt gebracht. Gehen wir deshalb diese Facetten kurz durch:

  1. Kritisches Denken »ist nicht nur darauf gerichtet, irgendwelche Missstände abzustellen, diese erscheinen ihm vielmehr als notwendig mit der ganzen Einrichtung des Gesellschaftsbaus verknüpft«. Als »Missstände« dürften z.B. Gewalttätigkeiten unter Schülerinnen und Schülern oder gegen Menschen nicht »weißer« Hautfarbe ebenso gelten wie die Vernachlässigung von Kindern. Die (scheinbar) einfachste und nächstliegende »Lösung« wäre, diese Missstände den beobachtbaren Akteuren (»Schlägern«, »Rassisten«, »Rabenmüttern« bzw. Vätern) unmittelbar anzulasten und gegen diese dann Maßnahmen zu ergreifen; das mag im einzelnen Fall auch unvermeidlich sein – die Frage ist aber, inwieweit damit die entsprechenden Missstände tatsächlich abzustellen sind oder sich immer wieder reproduzieren. Horkheimers Problemfassung geht dabei nicht in die Richtung, bei den Einzelnen entsprechende Handlungsdispositionen zu diagnostizieren, sondern etwa folgende Frage zu stellen: Hat die physische Gewalt unter Schülerinnen und Schülern etwas mit jener strukturellen Gewalt zu tun, die darin liegt, dass die Schule – auch – ein Selektionsinstrument bei der Vergabe von Lebenschancen ist, und hat diese Selektionsfunktion mit jenem Konkurrenzmechanismus zu tun, der unsere Gesellschaft beherrscht, damit, dass entsprechende Existenzängste sich in Gewalttaten artikulieren? Ist Konkurrenz nicht ein Prinzip, das das Ruinieren anderer impliziert? Sind die Taten von »Rassisten« – auch – Ausdruck gesellschaftlicher Zustände, in denen Menschen vor allem unter dem Aspekt ihrer ökonomischen Verwertbarkeit beurteilt werden, in denen sie nach Herkunft und Hautfarbe klassifiziert und unterschiedlich behandelt werden, in denen »Würde« durchaus antastbar, eher also ein Konjunktiv als unhintergehbares Prinzip ist? Ist Kindesvernachlässigung – allein – Problem von Eltern oder auch Ausdruck von eingeschränkten Lebensperspektiven, verheerenden Wohnsituationen, unzureichenden gesellschaftlichen Angeboten für Kinder etc. Diese Frage zu stellen, bedeutet nicht, sie einfach mit »ja« zu beantworten, wohl aber eine grundsätzliche Skepsis gegenüber der illusionären Vorstellung, die erwähnten Missstände seien einfach abzustellen, ohne ihrer Eingebettetheit in der gesellschaftlichen Struktur nachzugehen. Das heißt nicht, dass im Rahmen dieser gesellschaftlichen Struktur »nichts zu machen« sei, wohl aber, dass ohne deren Einbeziehung die Grundlage der Missstände unangetastet bleibt.

  2. Kritisches Denken ist »weder seiner bewussten Absicht noch seiner objektiven Bedeutung nach darauf bezogen, dass irgend etwas in dieser Struktur besser funktioniere«. Dies lässt sich auf der Grundlage des bisher Gesagten so verdeutlichen: Diese Aussage bezieht sich nicht darauf, dass überhaupt nichts besser funktionieren soll, sondern zielt in Intentionen und Geltung auf Sachverhalte, an denen sich ein funktional relevanter Zusammenhang zur gesellschaftlichen Struktur aufweisen lässt. Es geht also nicht darum, dass das Tropfen eines Wasserhahns nicht abgestellt oder eine defekte Toilettenspülung nicht repariert werden sollte, sondern es geht um Sachverhalte, bei denen ein Eingriff zur Missstandsbehebung gleichzeitig, wenn nicht gar in erster Linie, eine Stabilisierung der – problematisierten – gesellschaftlichen Struktur mit sich bringt, insoweit deren wesentlicher oder konstituierender Bezug zum Problem ausgeblendet wird. Um hier auf eines der Beispiele aus (1) zurückzukommen: Wenn es Schulpsychologinnen und -psychologen gelingen sollte, die Zahl gewalttätiger Ausschreitungen zu vermindern, ist dies natürlich für die Opfer dieser Ausschreitungen ein Vorteil. Die mit Horkheimer aufzuwerfende Frage ist dann aber: Wie stabil ist der Erfolg, wenn Gewalttätigkeiten Ausdruck der skizzierten strukturellen Gewalt sind?

    Und: Falls die Gewalttätigkeiten einen unartikulierten Widerstand zum Ausdruck bringen, wird dann mit der Überwindung oder der Brechung dieses Widerstands die strukturelle Gewalt der Selektionsfunktion der Schule nur befestigt, reibungsloser gemacht? Würde es nicht eher darum gehen, dazu beizutragen, unartikulierten Widerstand gesellschaftlich so zu artikulieren, dass er sich nicht in Gewaltakten gegen Mitschülerinnen und Mitschüler richtet, sondern die in der Schule bestehenden Selektions- und Konkurrenzverhältnisse thematisiert? In eben diesem Sinne ist ›kritisches Denken‹ nicht auf reibungsloses Funktionieren aus, sondern darauf, den Reibungen auf den Grund zu gehen.

  3. »Die Kategorien des Besseren, Nützlichen, Zweckmäßigen, Produktiven, Wertvollen, wie sie in dieser Ordnung gelten, sind [dem kritischen Denken, M.M.] […] verdächtig«. Lässt sich meine Argumentation hier einfach fortführen? Ist nicht das Zurückdrängen (rassistischer) Gewalt oder von Verwahrlosung/Vernachlässigung gut, nützlich, zweckmäßig, wertvoll – egal wer das fordert, egal ob Gewaltverzicht und Fürsorge »in dieser Ordnung« gelten? Sind Gewaltverzicht und Fürsorge nicht sozusagen »Werte«, gegenüber denen nicht ernsthaft Opposition oder Kritik angemeldet werden kann? Was sollte dann also daran »verdächtig« sein? Verdächtig ist in den bisher beispielhaft angeführten Fällen und Konstellationen, dass bzw. wenn die Propagierung dieser »Werte« die für verschiedene Menschen unterschiedlichen gesellschaftlichen und materiellen Realisierungsbedingungen ausblendet, wenn bspw. dem Habenichts oder der überforderten Mutter empfohlen wird, »Frustrationstoleranz« zu entwickeln, wenn der Aussicht, dass, wer arbeiten wolle, das auch könne, die schreiende Diskrepanz zwischen den Zahlen offener Arbeitsstellen und »Jobsuchenden« im Wege steht. Aber es geht in Horkheimers Passage nicht um solche Diskrepanzen, deren Thematisierung durchaus in der Linie unserer bisherigen Argumentation liegt, es geht um mehr: Darum, dass es »Kategorien des Besseren …« gibt, die durchaus nicht ›oppositionsfrei‹, sondern zu ›hinterfragen‹ sind.

    Das möge wieder ein Beispiel veranschaulichen: Welchen Interessen und Zielen psychologische Ausbildung und Praxis nützen sollen, was produktiv und wertvoll ist, ist in einem programmatisch gemeinten Band über Psychologie an Fachhochschulen (Günther 1999a) schon gar keine Frage mehr, sondern in der normativen Kraft des Faktischen schon beantwortet: »Wer am Marktgeschehen teilnehmen will, muss etwas für den Geschäftspartner Verwertbares anbieten.« (Günther 1999b, 25) Diese »Geschäftspartner« sind (natürlich nicht als solche bezeichnete) Kapitalisten, deren Meinungen zu Studiengängen in Umfragen erhoben werden (Müller & Kaune 1999, 138). Dabei kristallisiert sich heraus: Perspektive der Argumentation ist die Erhöhung praktischer Tüchtigkeit in einer widerspruchs- und klassenlos erscheinenden Gesellschaft. Eine ausbildungsrelevante Fragestellung lautet dementsprechend in diesem Rahmen des Wertvollen und Nützlichen, wie es in dieser Ordnung gilt: »Wie organisiert sich Frau Müller selber, um den gestellten Aufgabenumfang in der vorgegeben Zeit effizient und erfolgreich zu bewältigen?« (Weßling 1999, 72) Diese Frage sei ein Beispiel für die – von der Psychologie und deren Verhaltenstrainings zu leistende – »Förderung sozialer Handlungskompetenz« (73). Kritisches Denken muss der hier sich vollziehenden Begriffsverschiebung nachgehen, sie thematisieren und kann dann feststellen: In der Situation, in der Frau Müller sich zu bewähren hat, geht es gar nicht um soziale Handlungskompetenz, sondern um ein individuelles Bestehen in fremdbestimmt-asozialen Verhältnissen in im Übrigen gewerkschaftsfrei konzipierten Zonen.

  4. Für das kritische Denken sind die geltenden »Kategorien des Besseren, Nützlichen, Zweckmäßigen, Produktiven, Wertvollen […] keineswegs außerwissenschaftliche Voraussetzungen, mit denen es nichts zu schaffen hat.« Ist der Umstand, dass die oben erwähnte Frau Müller einen bestimmten Aufgabenumfang in einer bestimmten Zeit zu bewältigen hat, ein wissenschaftliches oder ein außerwissenschaftliches Thema? Sieht man darin ein außerwissenschaftliches Thema, besteht dessen wissenschaftlicher bzw. psychologischer Aspekt allein darin, mit welchen Mitteln man Frau Müller dazu befähigen kann, einen bestimmten Aufgabenumfang in einer bestimmten Zeit zu bewältigen. Dann hätte Wissenschaft – Psychologie – nur damit zu tun zu klären, wie bestimmte Ziele erreicht werden können, nicht aber damit, ob diese Ziele erreicht werden sollen, ob (und ggf. für wen) es sinnvoll ist, diese Ziele zu erreichen. Ist diese Trennung von Wissenschaft und Gesellschaft sinnvoll?

    Ich will, weil ich im nächsten Kapitel ausführlich darauf zurück kommen werde, diese – für die Entstehung der Kritischen Psychologie wesentliche – Frage hier nicht weiter verfolgen, sondern zunächst nur die Bilanz vortragen, die Horkheimer aus seiner Bestimmung kritischer Wissenschaft zieht: Für »Subjekte kritischen Verhaltens« gelte: »diese Welt ist nicht die ihre, sondern die des Kapitals« (a.a.O., 181).

    Wenn man mit Jameson (1996, 175) der Auffassung ist, dass der Marxismus »die Wissenschaft von den inhärenten Widersprüchen des Kapitalismus« ist, dann legt Horkheimers Bilanz die Fassung der Bedeutung von »kritisch« als »marxistisch« nahe. Eben dies meint auch Haug. Wenn Kritik kein »stachelloser Gemeinplatz« sein soll, ist die Frage zu stellen,

»wer wen oder was kritisiert, und dies von welchem Standpunkt aus. Der anstößige Name Marx gibt dem Begriff der Kritik seinen Stachel und seine Verheißung zurück, wenn es gelingt, den Impuls, für den dieser Name steht, aus seiner konstantinischen Wende, der ersten Staatswerdung des marxistischen Sozialismus, zurückzugewinnen.«

Frauen sind kommunikationsgestörte Psychopathen – Love-Shys und männliche Lesben sind zu intelligent für sie

Mit Menschen zu interagieren, die über geringe kognitive Kompetenzen verfügen, ist dann anstrengend, wenn man mit ihnen effizient kommunizieren oder ein gemeinsames Ziel erreichen will. Dafür kann es mehrere Gründe bei den Betroffenen geben:

  1. Sie verfügen über eine dysfunktionale soziale Kognition. Dazu gehört z. B. die Schwierigkeit, die Absichten anderer zu erkennen, fehlende Empathie, ein vermindertes Vermögen, Bedürfnisse anderer zu erkennen und mit anderen wechselseitig nützliche Relationen einzugehen. Diese Selbstbezogenheit kann sich im Extremfall als ausgeprägter Solipsismus manifestieren, der den Betroffenen andere Menschen nicht als gleichartig erkennen lässt. Sie werden nur noch als störende Naturerscheinungen wahrgenommen, die sich beseitigen lassen wie ein Ast, der eine Straße blockiert.

  2. Sie weisen bei der Verarbeitung sprachlicher Strukturen, v. a. bei abstrakteren syntaktischen Relationen, Defizite auf, die auf benachbarte Module der Kognition ausstrahlen und allgemein rationales und logisches Denken erschweren. Betroffene können bisweilen logische Zusammenhänge weder selbst herstellen, noch nachvollziehen. Sie sind, abhängig von der Schwere der Störungen, aufgrund ihrer hohen Affektivität im jeweiligen Augenblick gefangen und blind für alle mentalen Dispositionen, die jenseits eines rein emotionalen Erlebens liegen.

(mehr …)